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  • Laurin & Sami

Kirgistan

Kirgistan, absolut das Land Jurten! Das Land der streikenden Transalp.

Bevor wir unsere Reise starteten, wussten wir ehrlich gesagt nicht einmal, wo Kirgistan überhaupt liegt, geschweige denn hatten wir einen blassen Schimmer, was uns dort wohl erwarten wird. Letztendlich verbrachten wir mehr als einen Monat in Kirgistan. Haben viele Ecken besucht und das Land lieben gelernt.



In Kirgistan starteten wir mit einem der unzähligen Platten bei Laurin. Muss nicht mehr erwähnt werden, da seine Reifen anscheinend magnetisch sind. Ein Reifenwechsel ist inzwischen innerhalb von 25-30 Minuten erledigt. Erster halt war Osch. Nach dem Pamir-Highway war es ein Genuss wieder auf gut befahrbaren Straßen unterwegs zu sein. Dort verbrachten wir einige Tage neben dem besten Restaurant der Stadt und ließen Mama´s Urlaub gemütlich ausklingen. Ab zum Flughafen und schon waren wir wieder allein unterwegs. Irgendwie ungewohnt plötzlich ohne Sozius und zusätzlichem Gepäck… Vor allem Sami ist seither ohne Koffer unterwegs!


Samis neue Satteltaschen (Adventure-Spec Magadan 3) müssen doch gleich mal auf Offroadtauglichkeit getestet werden! So fuhren wir auf unbefestigten Straßen Richtung Bischkek, um dort die Motorräder komplett zu checken und Laurin´s Kupplung zu wechseln, sowie den Katalysator rausschmeißen zu lassen.



Auf dem Weg dorthin werden wir einige Male von grandiosen Pässen und überwältigten Landschaften belohnt. WOW, das haben wir von Kirgistan nicht erwartet! Überall glasklare Flüsschen, unberührte Natur, Jurtencamps und die besten Schlafplätze!

In Bischkek stand eine Wartung unserer beiden Motorräder an, gesagt, getan und weiter geht’s! Ein paar Tage später fing die Transalp an zu streiken. Ab 2000-2500 Höhenmetern war Schluss. Nur ein bisschen zu steil und es ging nicht weiter… Zudem fing das Federbein an Öl zu verlieren… So dann zurück nach Bischkek, Couchsurfer suchen und nochmal in die Werkstatt.



Wir machten einen Abstecher in Sary-Chelek, das wurde uns wärmstens empfohlen… Da wir mal wieder nicht geschaut haben, welcher Wochentag überhaupt ist, sind wir ausgerechnet an einem Sonntag dort angekommen. Hunderte Menschen standen plötzlich um uns herum… Und hier sollen wir schlafen? Egal, wir bauten unser Zelt auf, wurden von allen Seiten mit Essen beschenkt, machten einige Selfies mit den anwesenden Familien und gingen (verbotenerweise) baden. Als schließlich alle nach Hause gingen verbrachten wir einen Abend unter tausenden von Sternen.


Sary-Chelek

Angekommen beim Host in Bischkek… Vergaser gereinigt… Federbein provisorisch repariert… Bereit für eine Passfahrt, mal sehen wie die Gute nun läuft! Doch werden wir von unserem Host am letzten Abend knallhart rausgeschmissen. Zu viert (mit zwei anderen Surfern) standen wir um 06:30 auf der Straße… Ohne Worte.


So entschieden wir uns erstmal Strandurlaub am Issyk-Kul zu machen. Und genau das kann man dort wirklich sehr gut machen! Auch das haben wir von Kirgistan nicht erwartet! Einen perfekten Schlafplatz direkt am Wasser, das war die Herausforderung an einem Tag. Laurin voller Elan diesen zu finden fuhr sich in einem gigantischen Schlammloch erst einmal fest. Eine Stunde später fanden wir Hilfe und bekamen die Transe selbst zu Dritt nur mit Ach und Krach wieder raus. „Das wäre geschafft… Na dann, suchen wir weiter!... Da hinten? Das sieht doch toll aus! Über die Wiese?... SAMI, ICH STECKE FEST!!!“ Na, toll! Ganze 10 Minuten Fahrt! Kaum steckte Laurin erneut fest, kamen ein paar Pferde angehumpelt (fast allen Pferden sind die Vorderbeine zusammengebunden) und schauten uns zu, wie wir im Schlammloch verzweifelten. Nach erneut einer Stunde kamen zwei Kirgisen im Truck. Wir zogen zu viert erneut die Transe raus!


Sah nach einer gut befahrbaren Wiese aus...

„Genug für heute. Wir fahren zurück und schlafen da, wo es eben geht!“ Und dort gab es dann Unmengen an wilden Sanddorn. Viel zu schade nichts damit zu machen. Aus dem heiteren Himmel tauchen ein paar Leute auf, die uns ein Sack voll Aprikosen schenkten. So war die Idee geboren eigene Marmelade zu kochen... Aprikosen-Sanddorn-Marmelade gefiltert durch unser Fliegennetz (Not macht erfinderisch ;D)



Wir umrundeten den Issyk-Kul und waren bereit den Passu-Pass zu fahren. Kaum drauf fuhren wir über 2000 Meter und die Transalp blieb stehen. Laurin am Ende seines Lateins (und Nerven)… Wir drehten um und steuerten erneut Bischkek an. Nochmal die ganze Wartung von vorn. Irgendwo muss der Fehler doch sein… Aus Verzweiflung haben wir den Katalysator wieder einschweißen lassen.

Alles erledigt ging es Richtung Song-Kul, wir umrundeten auch diesen. Unglaublich viele Jurten und noch viel mehr Pferdeherden. Eine Landschaft wie im Bilderbuch. Eine unglaublich schöne Strecke auf der nördlichen Seite. Wir sind begeistert, doch Nachts wurde es auf den 3000 Metern doch recht kühl. Die Transalp hat es doch tatsächlich geschafft! Wir sind stolz auf Sie!



Kaum beim morgendlichen Kaffee ein Lob ausgesprochen entdeckt Laurin zwei gebrochene und zwei verbogene Speichen. Sogar Sami hat eine gebrochene Speiche… Wir hatten genug von Bischkek, so fuhren wir weiter, bzw. zurück nach Osch inzwischen nahte das China-Transit. In Osch trafen wir die ersten vom 13 Personen starken China-Transit. Reparierten die Motorräder und fuhren nach Sary-Tash, wo alles mit einem platten Reifen begann.

Und dann war es auch schon so weit, der 19.08.2019. Der Start des fünftägigen China-Transits. Man liest so unglaublich viele Horror-Storys… Spionagesoftware auf dem Handy, unzähligen Gepäckkontrollen, Messer sind verboten, doch da müssen wir nun durch. Ein paar Präventivmaßnahmen haben wir getroffen. Handy unter der Sitzbank und das geliebte Leatherman in der Schwinge versteckt.


So ging ein Monat in Kirgistan zu Ende. Wir sind positiv überrascht, sei es von den Menschen, der Natur, den Flüssen, den Jurten, den Pferdeherden, oder einfach den genialen Pässen… Ein Land, welches so unglaublich viel zu bieten hat!







Mit diesem Panorama hat Kirgistan Tschüss gesagt

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