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  • Laurin & Sami

Kleine Pechsträhne

Alles fing damit an, dass wir in der brütenden Hitze einkaufen gingen. Schnell wieder aufs Motorrad steigen und den Fahrtwind genießen… Doch irgendwie fuhr sich das Motorrad von Laurin komisch… Ein Platten… Na toll! Wir wurden mit einer Polizeieskorte zur nächsten Garage gebracht, wo wir den Reifen flicken ließen. Der Schweiß floss… Dann weiter nach Armenien



Reifen wechseln mit Pistole nach türkischer Art =D

An der Grenze zu Armenien kauften wir uns eine SIM-Karte mit angeblich 1GB täglich. Wir wurden übers Ohr gehauen… Die tatsächlichen 500MB für 30 Tage waren schnell verbraucht! Also Armenien ohne Internet…

Wir fuhren mit Greg in die Nähe von Eriwan, doch der Verkehr war der reinste Horror, wir entschieden uns auf direktem Wege raus aus der Stadt zu fahren. Großstädte sind einfach nichts für uns! Wir verabredeten uns mit Greg an einem abgesprochenen Ort außerhalb der Stadt. Wir campten am besagten Ort und warteten am nächsten Tag, und warteten und warteten. Greg kam nicht… Dafür Martin, der Greg schon viel weiter südlich traf. Nun wussten wir, dass er wohl nicht mehr kommen wird. Martin gab uns eine Telefonnummer von einer Top Motorradwerkstatt in Eriwan. Zum Glück, das wussten wir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht!

Wir fuhren weiter, Laurin meckerte schon seit einigen hundert Kilometer, dass das Lenkrad bei geringen Geschwindigkeiten schlackert. Er stellte schnell fest, dass das Hinterrad einen Seitenschlag hat und einige Speichen locker sind. Naja weiter geht’s, damit müssen wir jetzt wohl leben (Don't touch a running system). Beim Tanken fiel Laurin dann auf, dass eine Speiche der Transe gebrochen war. Alle anderen Speichen waren nun noch lockerer. Der Felgenkranz bewegte sich munter hin und her. Laurin eierte in die Hauptstadt Eriwan, die wir eigentlich vermeiden wollten, zu der am Vortag empfohlenen Werkstatt. Hier wurde uns direkt geholfen. Der Mann schmiedete einen neuen Speichenkopf und zentrierte das Rad neu. Ganze sieben Stunden werkelte er an der Felge herum. 100€ kostete der Spaß. Naja, dafür konnten wir weiterfahren. Aber schnurstracks aus Armenien raus. Genug von den Straßen hier!



Bei dem einen Zwischenfall blieb es leider nicht. Unterwegs zurück nach Georgien fing die Kupplung von Laurin an zu rutschen. Na toll… Eine Kupplung haben wir nicht dabei!


Da wir im August durch China fahren werden, müssen wir uns ein chinesisches Visa besorgen. In Tiflis ist eine chinesische Botschaft, so gingen wir dort hin. Standen in der Schlange, doch diese schlängelte sich an uns vorbei. Auf Nachfrage kam ein trockenes „NO!“. Keine Erklärung, einfach ein „NO!“. Das kann doch nicht wahr sein! "Warum??" -

Also müssen wir die Pässe zurückschicken, um das Visum zu bekommen. Nur doof, dass wir genau mit den Pässen in Georgien eingereist waren …

Am darauffolgenden Tag gingen wir zur Grenzpolizei, um unseren Pass umstempeln zu lassen. Diese leitete uns ans andere Ende der Stadt weiter, dort werde uns bestimmt geholfen. Natürlich nicht, weitergeleitet wieder zurück wurde uns „höflich“ mitgeteilt, dass wir unbedingt mit den Pässen ausreisen müssen. Ein Tag komplett umsonst durch den schrecklichen Verkehr in Tiflis gefahren.



Wir standen am nächsten Tag um 06:00 auf und fuhren nach Armenien, liefen über die Grenze und mit dem anderen Pass wieder zurück. Dann schnell zu DHL und via Express die Pässe nach Deutschland. Wenn alles gut geht kann Laurin's Mama die Pässe beim nächsten Besuch in Tadschikistan wieder mitbringen.




Puh Papierkram war erledigt, doch nun stand noch die Kupplung an. Laurin musste improvisieren, da eine Kupplung auf die Schnelle nicht aufzutreiben war. Doch Laurin will niemanden ans Motorrad lassen und braucht nur ein paar Werkzeuge… Keine Werkstatt wollte ihn selbst schrauben lassen. Nur eine meinte auf der Straße kannst du es gerne machen, dass ein oder andere Werkzeug könne er dann haben. Dafür müssen wir den anstehenden Ölwechsel dort machen lassen. Ausgerechnet die Unfreundlichsten… Naja es bleibt wohl nichts anderes übrig!

Wieder früh aufstehen und ab zur Werkstatt. Letztendlich stand die halbe Werkstatt unter Öl. Die Inkompetenz war grenzenlos. So machte Laurin mehr als die halbe Arbeit um das Disaster eines simplen Ölwechsels auszubaden… Die größte Frechheit war dann noch, dass diese mehr Geld verlangte, da es doch mehr Arbeit gewesen sei… Nach einer kurzen Diskussion blieb es dann doch beim ausgemachten Preis. Puh und dort auch noch auf der Straße die Kupplung reparieren???

Doch dann kam Samuel, ein „deutscher Georgier“. Er bat uns an, seine Garage nutzen zu können. Er habe alle benötigten Werkzeuge. Das Angebot nahmen wir direkt an… Alle Werkzeuge in gewohnter deutscher Qualität! Ein Traum! Danke Samuel! Kupplung aufmachen, Federn raus und eine Unterlegscheibe drunter. Verdammt das Loch in der Scheibe ist zu klein. Aufbohren kein Problem, doch leider wurde der Strom an genau diesem Tag abgestellt… Verdammt! So fuhren wir mit seinem Auto durch die halbe Stadt, nur um eine passende Schreibe zu finden. Vergebens… Gegen Abend wurde dann endlich wieder der Strom angeschaltet und wir konnten das Loch vergrößern. Die Kupplung ist vorerst wieder repariert! Juhu. Tausend Dank Samuel!

Von Tiflis haben wir nicht viel gesehen, alles nur am Vorbeifahren! Doch hatten wir den wohl besten Couchsurfer, der uns eine Woche aufnahm. Danke Christoph! Jeden Abend wurde gefeiert und gelacht. Teilweise waren 13 Couchsurfer bei ihm untergekommen, man kann sich wohl vorstellen wie ein solcher Abend endet...

Es läuft nicht immer alles wie geplant, und genau das ist irgendwie auch gut! (vielleicht nicht in dem Moment). Jedes Mal, wenn nun etwas nicht nach „Plan“ läuft erinnern wir uns an Martin's Worte zurück: „Hey, nicht negativ denken, sehe es als eine neue Aufgabe, die es nun zu meistern gilt!“







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