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  • Laurin & Sami

Unter Pinienbäumen


In Bergama suchten wir uns erneut Unterkunft bei einem Couchsurfer. Dort angekommen waren wir erst einmal schockiert. Die Wohnung stand voller Rauch und es war überall Dreck. Auf der Toilette türmten sich Stalagmiten aus Urinstein. Oh Oh… wo waren wir hier gelandet? Glücklicherweise hatte der eigentliche Couchsurfer keinen Platz mehr in seiner Wohnung und wir durften bei einem Freund von ihm schlafen. Hier war alles in bester Ordnung und wir wurden abends zum Essen bei Freunden eingeladen.



Es wurde anfangs kein Wort mit uns gewechselt, weil sich anscheinend keiner traute englisch zu sprechen. Dank „Google Translator“ und ein paar Drinks entwickelte sich der Abend zu einem bisherigen Highlight. Wir hörten Musik, tanzten und lachten den ganzen Abend. Das Englisch wurde von Drink zu Drink besser!

Wir haben uns in aller Ruhe die antike Stadt Pergamon angeschaut, welche wirklich sehenswert ist. Was antike Bauten und Geschichte angeht, hat die Türkei extrem viel zu bieten. Wir merken nur leider, dass wir keine besonderen "Geschichte-Cracks" sind.


Nach zwei Tagen Bergama und einem Bett waren wir aber auch wieder froh auf dem Motorrad zu sein… Wir suchten wie gewohnt einen Schlafplatz, dieses Mal in Pinienfeldern. Am Abend setzte sich eine alte Dame zu uns und zeigte uns, wie man aus den Pinienzapfen die Pinienkerne herausholt.



Man mache ein Feuer, schmeiße die Zapfen hinein... Nachdem diese halb verkohlt sind, schlägt man diese mit einem Stein auf und kommt so an die Kerne. Diese nochmals mit einem gezielten Steinschlag öffnen und man hat den Pinienkern in der Hand. Wow… frische Pinienkerne schmecken einfach HAMMER!


Wir aßen den ganzen Abend noch Pinienkerne, bis wir mit schmerzenden Fingern letztendlich schlafen gingen.


Am nächsten Morgen kam eine Bauernfamilie vorbei, die uns direkt zu einem Cay einlud. Na klar, das nehmen wir wie immer gerne an! Sie fingen an den Cay zu kochen und auf dem Feld zu arbeiten. Wir packten ebenfalls zum Werkzeug und halfen mit. Die Zeit verstrich, wir halfen immer noch auf dem Feld.

Wir aßen, arbeiteten, aßen, arbeiteten, Laurin hackte sich fast den Finger ab, aßen und arbeiteten weiter. Die Arbeit bestand daraus, die abgeschnittenen Äste der Bäume zu sortieren und den Rest auf riesen Haufen zu verbrennen. Letztendlich wurden wir zur warmen Dusche, Abendessen und Übernachtung eingeladen.



Erneut wurde zuerst kaum ein Wort gesprochen, doch dank dem Übersetzer, Händen und Füßen waren lustige Konversationen möglich. Die Familie besaß Rinder, Kälber, Hühner, unglaublich viele Bienenstöcke und noch mehr Pinienbäume.

Es wurde uns gezeigt wie Pinienhonig entsteht. Gegen unseren Glauben ist Pinienhonig kein Blütenhonig! An den Bäumen leben Parasiten/Läuse, die den eigentlichen Honig produzieren, und wie Blattläuse auch als Tröpfchen absondern. Der Job der Bienen ist hier „nur“ das Sammeln dieser Tröpfchen.

Wir lernten die ganze Familie kennen, aßen gemeinsam auf dem Boden (wie hier üblich) und haben frischen Honig und Honigwaben für unsere Weiterreise geschenkt bekommen.

Haben warm geduscht und unsere schmutzigen Klamotten wurden gewaschen. Es ist ebenfalls üblich, dass im Haus nur ein Raum geheizt wird, dort spielt sich das ganze Leben ab. Es gibt keine eigenen Zimmer, so wie wir das kennen. Mindestens 3 Generationen leben hier zusammen, in einem Raum.


Na, wer findet unseren Sticker?

Der "Buschfunk" im Dorf scheint außerordentlich schnell seine Runde zu machen. Als wir am nächsten Morgen losfuhren und auf der anderen Seite des Dorfes nach dem Weg fragten, wurde direkt gefragt, ob wir nicht auch hier schlafen wollen. Und das wir bitte Bilder mit ihnen machen sollen. Wir fühlten uns das erste Mal wie eine „Attraktion“. Wir fuhren weiter Richtung Pamukkale.



Angekommen in Pamukkale suchen wir uns direkt einen Schlafplatz. Nur 5 Minuten über Schotterpisten sind wir fündig geworden. So können wir uns in aller Ruhe am nächsten Tag Pamukkale anschauen und weiterziehen.

Pamukkale ist wirklich sehenswert! Zuerst waren wir etwas abgeschreckt von dem hohen Eintrittspreis von 50TL. Doch die, sind es wirklich Wert. Was hier die Natur geschaffen hat ist unbeschreiblich! Die Kalksteintrassen sind, um es in ein Wort zu fassen. Wunderschön. Wir können von Glück sagen, dass wir morgens dort waren, denn im Laufe des Tages wurde es immer voller und die Reisebusse mit Touris trafen ein. Diese können das Naturwunder und Hierapolis überhaupt nicht genießen, da sie in den straffen Zeitplan der Reisegesellschaft gefangen sind. Ach sind wir froh Zeit zu haben...







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