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  • Laurin & Sami

Von 0 auf 1800 Meter


Von Pamukkale machten wir uns auf den Weg nach Side. Yassin ein (Ex-)Arbeitskollege und Freund von Laurin kam dort hin, um mit seiner Familie Urlaub zu machen. Das nutzten wir natürlich direkt aus und ließen uns Ersatzteile und den vergessenen Ersatzschlüssel von Laurin’s Transalp mitbringen. Ebenfalls wollten wir die Gelegenheit nutzen, die Kofferträger von Sami verstärken zu lassen. Diese berührten bereits den Plastiktank, der im weiteren Verlauf der Reise beschädigt werden könnte. Wir buchten uns das günstigste Apartment und verbrachten dort vier Tage. Bei der Suche nach einer Werkstatt stießen wir wieder auf unendliche Gastfreundlichkeit. Wir fragten vor dem Hotel, wo es möglich sei diese zu verstärken. Es dauert keine 5 Minuten und 5 Männer standen um das Motorrad und diskutierten heiß herum. Wir zeigten Bilder, wie es aussehen soll.


Wir wurden los geschickt, doch diese bogen den Kofferträger „nur“ zurück. Dafür mussten wir nichts zahlen und haben Cay aufs Haus bekommen. Wir suchten weiter nach einem Metallbauer. Als wir fündig wurden, wollten wir direkt einen Preis aushandeln. Er nickte ab und meinte, es sei ihm eine Ehre uns zu helfen. In diesem Moment wusste er wohl noch nicht, worauf er sich einließ. Wir verbrachten ganze 4 Stunden dort. Tranken Cay, während der Handwerker schwitzte. Es bog ein dickes Flacheisen zurecht. Zwei 100 kg Männer versuchten das Eisen so zu biegen, dass es passt. Laurin musste auf dem Tisch stehen, damit dieser nicht kippte. Die Moral der Geschicht‘: Immer vorher den Preis aushandeln!

Laurin war noch nicht ganz zufrieden, sodass wir zwei Tage später einen weiteren Schlosser suchten. Wir fragten im Hotel und der Besitzer fuhr mit Laurin über mehrere Stunden herum um den passenden Schlosser zu suchen. Beim ersten Schlosser wollten diese 100TL (ca. 16€) für die zusätzliche Verstärkung. Laurin lehnte ab und fuhr mit dem Besitzer weiter ins Industriegebiet. Dort wurde herumgefragt und für 50TL (ca. 8€) gab es eine astreine Verstärkung! Vielleicht etwas übertrieben, ab das sollte nun halten.



In Side verbrachten wir ein paar Abende mit Yassin, der ersten Person der wir unser Erlebtes persönlich teilen konnten. Wir babbelten ihm das Ohr ab und er hörte fleißig zu. Das hat gut getan, mal alles los zu werden, was erzählt werden musste. Einen weiteren tollen Tag verbrachten wir mit seiner Familie und schauten uns Side an. Hier spricht wirklich jeder deutsch, alle Preise in Euro und sehr viele Touristen. Aber die Altstadt ist wirklich schön. Vor allem hatten wir hier das erste Mal durchgängig schönes Wetter und konnten ein wenig Meerluft schnuppern. Die Strände hat man kaum gesehen. Hier standen zum Großteil nur Strandliegen herum.


Wir haben von Yassin uns seiner Frau aus dem Hotelbuffet Essen „mitgehen lassen“ bekommen. Wir fühlten uns leicht obdachlos… Doch angenommen haben wir es gerne und gefreut haben wir uns ebenfalls. Wir hatten schon lange keinen Kuchen mehr zwischen den Zähnen!

Kappadokien ruft nach uns und wir brachen auf Richtung Nordosten. Wir hatten keine Lust mehr so richtig auf Routen erstellen, weshalb wir nur nach Kompass fuhren. Es führte uns erneut off-road durch die schönsten Dörfer und entlegensten Orte. Nur kommt es so öfters mal vor, dass man umdrehen muss. Doch auch das gehört nun mal dazu.



Wir fuhren stundenlang auf über 1600 Meter die engsten Schotterpisten. Dann ein Fluss. Laurin blieb stehen um die Lage zu checken. Sami hingegen erhöhte das Tempo. Augen zu und durch!!! Das Motorrad halb im Wasser, brachte es Sami irgendwie zustande das Motorrad heile auf die andere Seite zu bekommen. Der Koffer hingegen verabschiedete sich im Fluss und schwamm davon. Laurin durfte diesen dann angeln und war letztendlich nasser als Sami, inklusive nasser Füße. Weiter ging es immer höher und höher. Und was irgendwie zu erwarten war: Am Nordhang waren noch paar Meter Schnee auf der Piste. Wir drehten um und suchten einen anderen Weg. Auch hier ging es nicht weiter. Dieses Mal steckte Laurin fest. Verdammt! Erstmal was essen, dann Steine sammeln, um das Motorrad da raus zu holen. Den ganzen Weg zurück. Doch wir hatten riesen Spaß. Wir haben Zeit und müssen gar nicht schnell voran kommen. Genau das fällt und noch manchmal schwer abzulegen. Doch es wird stetig besser.



Dunkle Wolken kamen von der Seite, es fing an windig zu werden. Höchste Zeit abzubiegen und den Wolken davon zu fahren. Es funktioniert, doch früher oder später holt dich die Wolke ein! Kaum haben wir das Zelt aufgebaut fing es an zu regnen. Besser so als schon nass ankommen…

Am nächsten Morgen fuhren wir los, weit kamen wir nicht. Laurin’s Vorderrad blockierte durch den lehmigen Schlamm. Schon wieder festgefahren… Na toll… Im Dorf ließen wir uns eine Seitenständerverbreiterung an der Transalp schweißen und trafen Bekir, ein junger Mann unseres Alters. Er fragte was wir machen und lud uns zu sich nach Hause ein. Hier verbrachten wir erneut zwei Tage mit ihm und seinem Vater. Wir wurden herzlichst in seinen Freundschaftskreis aufgenommen. Besuchten einige aus dem Dorf und am Abend gingen wir auf den Berg und aßen Chips mit Cola, hörten Musik und tanzten. Der Abend endete mit einem Drift im Auto. Wir sind ganze 2 Kilometer gefahren. Auf einer solchen Reise weiß man wirklich nie wie der Tag endet. Wir lieben es!!!

Spontan entschied sich Laurin’s Mama, uns in Kappadokien für eine Woche zu besuchen. Sachen packen und mit riesen Vorfreude ab nach Kappadokien.


Für lehmigen Schlamm ist die Transalp nun wirklich nichts! Der Reifen am blockieren

Ein süßer Hund der uns besuchen kam. Doch dann versuchte er das Zelt zu markieren. BÖSER HUND

Campfire makes the wilderness home!!!

Bekir's Motorrad


Laurin bleibt bei jeder Schildkröte stehen, um diese über die Straße zu bringen



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