Memory Threads 

Blogposts

scroll

Suche
  • Laurin & Sami

Wir nehmen eine Abkürzung


Irgendwo in Italien hielten wir an, um Kleinigkeiten für unser Abendessen einkaufen zu gehen. Zogen unsere Handschuhe aus und verstauten diese wie gewohnt irgendwo am warmen Motorblock, damit wir nach dem Einkauf in warme Handschuhe schlüpfen können.

Wir hatten fest vor, irgendwo auf dem Weg zur Fähre erneut einen Schlafplatz zu suchen, doch wir beide schauten uns an, der Blick schweifte auf die Uhr: Noch 1:30 Stunden bis die Fähre abfährt. Ein Blick aufs Navi: 1:20 Stunden bis Igoumenitsa. „Die Fähre, wir müssen die Fähre bekommen! Ab ins warme Griechenland!“.

Wir schlüpften direkt in die warmen Handschuhe und fuhren so schnell es der Verkehr zu lies Richtung Hafen. In den Ticketshop gerannt, Tickets gekauft und fast als Letztes auf die Fähre gekommen. „Puh geschafft“ (Übrigens sind die Tickets am Schalter genauso teuer wie im Internet 😊)

Motorradfahrer ziehen sich förmlich an. Auf der Suche nach einem Schlafplatz auf der Fähre haben wir uns an einen Tisch gesetzt und kamen direkt mit drei weiteren Motorradreisenden, aus den Niederlanden, ins Gespräch. Die Drei reisen mit zwei Gespannen bis nach Tokyo. Auch hier haben wir uns wieder einige Tipps einholen können und großartige Reisegespräche geführt.

Als es Zeit war zu schlafen, fing Laurin an Männer-Magen-Darm zu bekommen. Halb am Sterben verlor er auf allen Wegen sämtlichen Mageninhalt. Aus der Fähre, ab in die Sonne und auf direktem Wege zu einem Campingplatz am Wasser. „Wir sind im warmen Griechenland!!!“ Am nächsten Morgen alle Wehwechen überwunden, Futter aus den Jacken genommen, Sommerhandschuhe ausgepackt und Richtung Vikos-Schlucht gefahren.

Es stellte sich schon nach ungefähr einer Stunde heraus, dass wir mit dem Futter herausnehmen doch etwas voreilig waren. Es fing in den Bergen doch recht schnell an kühler zu werden und dann hatten wir tatsächlich das Glück durchgängig im Regen zu fahren. Jedoch blieb die Hoffnung ständig bestehen, dass der Regen gleich aufhören wird, so fuhren wir tatsächlich noch bis zur Vikos-Schlucht weiter. Dort angekommen… Naja die Begeisterung versteckte sich gekonnt unter den nassen Kombis und hinter dicken Regenwolken. So eine Schlucht bei Regen ist dann doch nicht so sehenswert. Erst mal Schlafplatz suchen!


Wenn der Regen zu stark wurde suchten wir Schutz

Die Vikos-Schlucht bei Schmuddelwetter

Am darauffolgenden Tag hat zumindest der Regen aufgehört und die Sonne zeigte sich ein paar Mal, aber vom ersehnten „warmen Griechenland“ haben wir kaum was gespürt. Landschaftlich war es ohne Regen aber wirklich schön, sodass wir uns noch die „Papingo Rock Pools“ anschauten. Wirklich erstaunlich, welch Formen die Natur in Verbindung mit Wasser erschaffen kann.



Über kurvige Straßen fuhren wir Richtung Meteora Klöster. Es fing leicht an zu nieseln, aber das waren wir ja bereits gewohnt, hinzu kam dieses Mal „nur“ der unangenehm starke Wind. Immer höher und höher über die Pässe, immer niedriger die Temperaturen. Dann zwischen den Bergen sahen wir, dass es dunkler wurde. Wir einigten uns darauf, nach diesem Pass, im hoffentlich wärmeren Tal, einen Schlafplatz zu suchen. Das es dazu nicht kommen wird, haben wir nicht erahnen können.

Plötzlich stieg die Anspannung. Schnee peitsche aufs Visier und auf der Straße baute sich schnell Schnee auf. Innerhalb von 5-10 Minuten waren 5 cm auf der Straße. Nervosität machte sich breit und wir mussten abbrechen. Wir drehten mit leicht verbogenen Kofferträgern und abgerissenem Topcase um. Warum kann man sich wohl denken… Dieser Schneesturm wird uns wohl immer im Kopf bleiben. Aber so schockierend das Ereignis für uns doch war, so herzhaft können wir jetzt darüber lachen und erinnern uns gerne dran zurück.


Plötzlich im Schnee

Im nächstgelegenen Ort suchten wir komplett durchfroren ein Hotel und schliefen nach einer heißen Dusche in einem warmen Bett. Das hatten wir bitter nötig.

Am nächsten Tag hieß es Topcase montieren und am verschneiten Pass vorbei, Richtung Meteora Klöster. Auf dem Weg wurde es am Straßenrad zunehmend grüner und schnell wärmer. An den Klöstern angekommen hatten wir einen wunderschönen Schlafplatz direkt an den Klöstern mit einer atemberaubenden Aussicht auf das Tal. Hier gefiel es uns Richtig gut, sodass Laurin schnell Bier einkaufen ging und wir den Abend mit einem Lagerfeuer ausklingen ließen. Kaum zu glauben, dass wir am Vortag noch im Schnee feststeckten…

Wir schauten am darauffolgenden Tag noch ein Kloster an und machten uns auf den Weg Richtung Türkei. Wir denken im Sommer, zur touristischen Hochsaison, wird es echt eng in den Klöstern. Aber es sind gar nicht die Klöster, sondern die atemberaubende Landschaft, die uns in ihren Bann gezogen hat. Überall fingen die Blumen an zu blühen und die Bäume an zu sprießen. Frühlingsgefühle kamen durch.


Schade zu sehen, dass in Griechenland so viele Häuser leer stehen. Es scheint, als sei bei einigen mitten beim Bau das Geld ausgegangen. Egal wo man hin kommt stehen Rohbauten. Viele Fabrikgebäude… verlassen und leer.

Der Norden Griechenlands ist für Motorradfahrer wirklich „langweilig“. Wir fuhren etliche Kilometer geradeaus. So fuhren wir in zwei Tagen an die türkische Grenze.


nochmal ein Panorama weil es so schön ist!

PS: Bei einigen Bildern verstecken sich links und rechts kleine Pfeile, klicke drauf um weitere Bilder zu sehen!

0 Ansichten

Lass uns ein Kommentar da

  • White Facebook Icon

Besuch uns auf Facebook

©2018-2019 by Two Motorbikes One Destination| Samandra Hernandez Picos und Laurin Walther| All rights reserved